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Ausbildungsfonds Vorarlberg

Ausbildungsfonds sichert Qualität der Lehre

Erfolgsrezept: In Vorarlberg ist die Lehre hoch angesehen.

Vorarlberg ist Österreichs Musterschüler - wenn es um die Berufsausbildung geht, genießt das kleine Bundesland auch weit über die Grenzen hinaus großes Ansehen. Dieter Hämmerle vom Beschlägehersteller Blum erklärt uns das Erfolgsrezept namens Ausbildungsfonds.

Lehrling der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie (VEM) zu sein, ist cool. Das wissen auch die Hunderten Jugendlichen, die sich jährlich um eine Lehrstelle bei einem der 100 VEM-Betriebe bemühen. Wer das mehrschichtige Auswahlverfahren schafft, ist ein Glückspilz. Auf sie oder ihn wartet eine Ausbildung auf höchstem Niveau mit besten Berufsaussichten, guter Bezahlung und zahlreichen Aktivitäten für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.

Fachkräfte für eigenen Bedarf

Während anderswo über Fachkräftemangel und eine vermeintlich zu dumme Jugend gejammert wird, ist die Lehre in Vorarlberg hoch angesehen. Der Grund liegt in der Qualität der Ausbildung. Im Westen Österreichs wird Geld in die Hand genommen, um Lehrlinge und AusbildnerInnen bestmöglich zu qualifizieren. "Wir brauchen Facharbeiter - nicht wegen Fachkräftemangel, sondern für den eigenen Bedarf!", erzählt Dieter Hämmerle, selbst Ausbildungsleiter beim Beschlägehersteller Julius Blum GmbH in Höchst, den Ursprung der 1978 gegründeten VEM. Ziel war es, Unternehmen dafür zu begeistern, im eigenen Betrieb Lehrlinge zu Fachkräften auszubilden. Ein Ausbildungsfonds, der von den Betrieben durch eine erhöhte Kammerumlage finanziert wird, sollte diesem Ziel gerecht werden.

Qualität und Kontrolle

"Der Fonds dient reinen Ausbildungszwecken. Das meiste Geld geht wieder zurück an die Unternehmen zur Qualitätssicherung der Lehrlingsausbildung", erzählt Hämmerle. Zur Mitte der Lehrzeit werden in den meisten Betrieben der VEM Lehrlingsleistungswettbewerbe durchgeführt. Damit wird das fachliche Wissen der Lehrlinge abgeprüft und zugleich die Qualität der Ausbildung einer Kontrolle unterzogen. Pro bestandene Prüfung erhalten Betriebe der VEM 4.500 Euro aus dem Fonds. Das Modell wurde in ähnlicher Form bundesweit übernommen - aber nur für kurze Zeit. Die sogenannten "Praxistests" bewährten sich nicht, da sie den Betrieben mehr als Finanzspritze als einer Qualitätskontrolle dienten. 

Laufende Weiterbildung

Im Ländle sind es jährlich rund 400 Lehrlinge, die bei den Leistungswettbewerben mitmachen. Die Anforderungen sind viel höher als sie bei den bundesweiten Praxistests je waren. Davon profitieren Lehrlinge und Betriebe gleichermaßen, immerhin werden durch diese Leistungskontrollen die Stärken und Schwächen der Lehrlinge als auch der Ausbildung aufgezeigt. Daher ist es selbstverständlich, dass sich auch die AusbildnerInnen laufend weiterbilden. Ein Großteil der Kurse wird zur Hälfte über den Fonds finanziert.

Wo ein Wille, da ein Weg

Andere Bundesländer haben die Idee eines Ausbildungsfonds nach dem Vorarlberger Vorbild ebenfalls aufgegriffen, realisiert wurden sie anderswo nicht. Dabei würde ein solcher Fonds zu mehr Qualität in der Berufsausbildung führen und das Image der Lehre österreichweit massiv aufwerten. Warum funktioniert das Modell außerhalb Vorarlbergs nicht? "Vorarlberg ist einerseits überschaubarer als größere Bundesländer, andererseits liegt es auch an handelnden Personen. Wo ein Wille, da ein Weg", ist Dieter Hämmerle aus eigener Erfahrung überzeugt. 

Richtige Mischung

Der Erfolg des Rezepts liege vor allem an der richtigen Mischung: "Wir brauchen dringend einen Mix aus Hilfsarbeitern, Fachkräften und Studierenden. Karriere kann man nicht nur durch Matura machen, sondern auch durch Facharbeit. Das muss Politikern und Unternehmern wieder klar werden!" Immerhin brauche es auch für den Hausbau Installateure, Handwerker und Maurer. Ohne die wären Architekten und Statiker arbeitslos. Für Hämmerle steht fest: Die betriebliche Berufsausbildung hat Zukunft. Für die Qualität sind die Betriebe verantwortlich. Das Vorarlberger Modell mit dem eigenen Ausbildungsfonds könnte ein österreichweiter Wegweiser sein.

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